Letztes Update: 01.08.2017
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Reisebericht Ostern 2016

(Autor: Philipp Herzog)

In Meschendorf lässt der Frühling auf sich warten

Wie jedes Jahr reiste ich in der Karwoche nach Meschendorf in Rumänien, um unsere Freunde dort zu besuchen. Das Wetter spielte leider noch einige Kapriolen, hatte ich doch von Sonne über viel Regen bis hin zu Schnee alles, was möglich ist. Ja, ich merke, ich werde älter, vor allem die Kälte und Nässe haben mir arg zugesetzt. Nachts vor den Schlafengehen wird der Holzofen noch einmal richtig eingefeuert (dass es zu heiss zum einschlafen ist...) und am Morgen so ab fünf Uhr, wird es dann bitter kalt, weil keine Glut mehr im Ofen ist! Den ganzen Tag mit Regenschutz und Kappe im Nassen, im Schmutz und Schlamm herumzulaufen, hat meiner Moral auch nicht besonders gut getan!

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Für die Meschendorfer war es allerdings ein vergleichsweise warmer Winter. Nur zwei Wochen im Januar hätten sie Temperaturen von -20°C gehabt, die restliche Zeit sei das Thermometer nie unter -12°C gefallen! Entsprechend habe ich die meisten Menschen dort in einer recht guten körperlichen Verfassung vorgefunden. Natürlich war die Freude gross über die finanzielle Unterstützung durch die Paten-Batzen welche ich aus Muttenz gebracht hatte. Dort wo solche fehlten (rund 50% haben noch Paten in Muttenz), erhielten die Leute etwas aus unserer Spendenkasse. So konnte ich auch dieses Mal wieder jeder Familie zwischen 70 und 100 Euro übergeben, mit welchem sie Lebensmittel, Brennholz oder auch den Strom bezahlen konnten. Natürlich habe ich auch die diversen Fonds aufgefüllt, wobei vor allem der Kranken-Fonds dringend Nachschub benötigte. Über 5000 Euro hat dieser im vergangenen Jahr verschlungen, denn das Bezahlen von Spital- und Arztrechnungen sowie Medikamenten ist für die Menschen, welche nach wie vor keine Krankenkasse haben, etwas vom schwierigsten. Auch die Subvention des Schulbusses, sowie die Unterstützung der grösseren Kinder, welche ins Gymnasium gehen resp. studieren mit 50 Euro pro Monat, ist eine enorme Entlastung für deren Eltern. Die Jugendlichen müssen in der Stadt wohnen und essen, brauchen entsprechende Kleider, Schulmaterial und Transportmittel. Diese drei fest verankerten Fonds mit jährlichen Kosten von rund 13‘000 Euro, sind die wichtigsten Pfeiler unserer Hilfe und bringen den grössten und nachhaltigsten Nutzen für die Dorfbewohner.

Grundsätzlich kann ich sagen, dass obwohl sich äusserlich im Dorf kaum etwas verändert hat, sich in der Mentalität und in den Herzen der Menschen doch langsam ein Wandel vollzieht. Sie haben gelernt, dass sie ihr Leben in die eigenen Hände nehmen müssen, dass das was aus Muttenz kommt, zwar eine willkommene und notwendige Ergänzung ist, aber nicht mehr. Auch auf den Staat ist kein Verlass. Dieser bezahlt noch immer nichts an den Schulbus, hat die Landwirtschafts-Subventionen fürs 2015 bis heute noch nicht entrichtet und bei der Bezahlung der Milch liegt er auch zwei Monate zurück. Früher haben die Menschen einfach gejammert oder geschimpft, heute versuchen sie zumindest mit neuen Ideen und vor allem durch Arbeit, ihr Leben zu verbessern, was ihnen unterschiedlich gut gelingt.

Nach wie vor bin ich überzeugt, dass wir mit unserer Hilfe einen wertvollen Beitrag dazu leisten, dass sich die Lebensbedingungen der Menschen stetig etwas verbessert und sie auch davon abhält, im Ausland ihr Glück zu versuchen, was viele Rumänen tun. Schätzungen zufolge leben und arbeiten über eine Million Rumänen im Europäischen Ausland. Sie lassen ihre Kinder bei den Grosseltern zurück, fehlen zuhause beim dringend notwendigen Aufbau des Landes, um in Italien oder Spanien als Landarbeiter oder private Alten-Betreuerin 500 Euro im Monat zu verdienen!

Im Juni wird erneut eine Reisegruppe aus Muttenz Rumänien bereisen und natürlich auch Meschendorf besuchen um die Situation in unserem Patendorf aus erster Hand zu erleben. Für diese Reise wäre noch ein Platz frei. Am Frühjahrsmarkt sind wir nicht dabei, dafür dann wieder am Herbstmarkt im November.

Um unsere Hilfe im bisherigen Rahmen weiterführen zu können, sind wir nach wie vor auf Ihre Hilfe angewiesen!

Sie können dazu unser Spendenkonto bei der Post „pro Meschendorf Rumänien“, Nr. 40-24798-6, verwenden. Herzlichen Dank für Ihre Hilfe!