Letztes Update: 01.08.2017
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Reisebericht Ostern 2017

(Autor: Philipp Herzog)

Positive Veränderungen sind spürbar!

Liebe Rumänien-Paten, lieber Rumänien-Pate,
liebe Sympathisantinnen und Sympathisanten

Die Karwoche verbrachte ich ja wiederum in Meschendorf und ich kann sagen, es war eine positive Woche! Dies, obwohl der vergangene Winter in Rumänien einer der schlimmsten in den letzten 30 gewesen sein muss, denn die Leute berichteten von minus 20-28°C, und das über mehrere Wochen. In dieser Zeit sei kaum ein Mensch im Dorf aus dem Haus gegangen, man hat einen Raum geheizt und alle haben darin gewohnt, teilweise mit den Tieren zusammen! Noch vor ein Paar Jahren hätte dies verheerende Auswirkungen auf die Menschen gehabt. Sie hätten mangels Holz und Nahrungsmitteln gefroren, wären krank geworden und hätten an Hunger gelitten. Inzwischen scheinen sie sich aber so stabilisiert und organisiert zu haben, dass ihnen diese Temperaturen, ausser einer Grippe oder Erkältung, nichts mehr anhaben konnten und sie im April nicht ausgehungert und lethargisch wirkten. Die Meisten konnten im letzten Herbst erstmals genügend Reserven an Lebensmitteln und Holz für den Winter anlegen: Eine wirklich positive Entwicklung. Unsere jahrelange Unterstützung, aber auch die immer wieder von mir vorgetragene Botschaft „ihr seid für Euer Leben selbst verantwortlich und müsst vorausdenken“, scheint Früchte getragen zu haben! 

Die Kinder gehen regelmässig zur Schule, zehn Jugendliche besuchen sogar eine weitergehende Schule oder studieren. Immerhin ca. 25 Personen haben eine Anstellung, sei es beim Staat oder bei privaten Arbeitgebern, wie etwa der Muttenzer Microferm, welche 7 Familien ein Einkommen ermöglicht. Vor fünf Jahren waren es noch zehn Personen welche eine Arbeit im Dorf hatten! Bei meinem Besuch in jedem einzelnen Haus von Meschendorf fiel mir zudem auf, dass weniger geklagt wurde. Früher hörte ich nur klagen, wie schwer das Leben sei, wie viel Leid sie erlebt hatten, wie wenig Geld sie hätten und natürlich die Bitte nach finanzieller Unterstützung durch Muttenz. Heute ist es anders. Natürlich hörte ich auch jetzt die eine oder andere Klage, vor allem über den furchtbar kalten Winter, aber es waren auch viele positive und ermutigende Aussagen dabei wie „zum Glück hatten wir im letzten Jahr viel gearbeitet und Vorräte angehäuft“ oder „ja, es lohnt sich doch zu arbeiten“ oder "schauen Sie, wir haben mit ihrem Geld vom letzten Mal Ziegel gekauft und das Dach repariert, das hat uns in diesen Winter geholfen“! Natürlich waren die Meschendorfer aber auch sehr dankbar und froh über Ihren Paten-Batzen, resp. über das Geld aus dem Spenden-Fonds für diejenigen, welche keine Paten mehr haben. Viele haben mir versprochen, das Geld wiederum für Reparaturen oder sinnvolle Neuanschaffungen zu verwenden. 

Auch im übrigen Rumänien hat sich vieles zum positiven verbessert. Insbesondere in Bukarest konnte ich dies beobachten, wo sich das Leben weitgehenst normalisiert hat. 

Trotz all der guten Nachrichten möchte ich aber auch betonen, dass gerade unsere 4 Fonds (Kranken, Bus-Abonnement, Schulfonds für Jugendliche welche weiter in die Schule gehen und Härte-Fonds), sehr viel zu dieser positive Entwicklung beigetragen hat. Dank diesen Fonds waren die Geldbeutel der einzelnen Familien entlastet und dadurch konnten sie etwas zur  Seite legen für harte Zeiten. Dazu hat mich ein Brief von einem 17-jährigen Meschendorfer Mädchen (in Rumänisch geschrieben) ganz besonders berührt. Sie dankt darin den Muttenzern für die grosse Hilfe welche sie als Schülerin erleben darf, mit ihren eigenen Worten. Diesen Brief habe ich unten für Sie aufgeschrieben. 

Nun, wie es weitergeht kann ich im Moment noch nicht sagen. Klar ist, dass wir die Fonds noch eine Zeit lang weiterführen sollten. Ob ich die doch sehr anstrengenden Reisen im Frühjahr mit der Geldverteilung noch weiter auf mich nehmen will, weiss ich noch nicht. Es ist eine enorme Verantwortung mit soviel Geld herumzureisen. Zudem spielen verschiedene, auch persönliche, Faktoren eine Rolle und natürlich auch meine Gesundheit. 

Ich möchte es aber an dieser Stelle nicht unterlassen, den Patinnen und Paten von ganzem Herzen zu danken für den Batzen und die lieben Worte, die Sie mitgegeben haben. Diese bewirken, sehr viel. Übrigens: ALLE PATEN HABEN AUCH DIESMAL ETWAS MITGEGEBEN!

Im Juni werde ich noch einmal mit einer Gruppe nach Rumänien reisen und auch Meschendorf besuchen. Wie es danach weiter geht, werde ich Ihnen im Laufe des Jahres mitteilen.

Ihnen wünsche ich alles Gute und eine schöne Sommerzeit.

Herzlichst, Philipp Herzog


Schreiben von Denisa, 17 Jahre alt

"Lieber Herr Hertzog, liebe Menschen in Muttenz

Ich möchte ihnen danken, danken für die grosse Hilfe für mich und meine Familie, die wir schon seit Jahren aus Muttenz bekommen. Als ich noch in Rupea in die Schule ging bezahlte Muttenz die Hälfte von Bus-Abonnement an meine Eltern. Ohne diese Hilfe wäre es sehr schwer gewesen.

Nun besuche ich seit letzten September das Liceum in Shigisoara. Dort wohne ich im Internat der Schule. Dort bekomme ich auch Essen. Das kostet und auch für Kleider und den Bus wenn ich nach Meschendorf nach Hause fahre kostet viel. Meine Eltern könnten das nicht bezahlen. Von Muttenz bekommen sie jedes Monat 50 Euro, das ist viel und hilft uns sehr. Ohne das Geld, ich könnte nicht in Internat gehen. Ich danke allen in Muttenz für diese Hilfe und wünsche ihnen das Gott sie beschützt.

Denisa von Meschendorf"


Muttenz / Meschendorf, 19. April 2017