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07.04.2018
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Reisebericht Ostern 2018

(Autor: Philipp Herzog)

Eine abenteuerliche Reise nach Meschendorf

Liebe Paten und Sympathisanten von Meschendorf

Ja, es war für mich eine abenteuerliche Reise in der Karwoche 2018 nach Meschendorf! Wegen Schneesturm in Bukarest hatte das Flugzeug drei Stunden Verspätung und die Reise nach Meschendorf mit dem Auto war sehr anstrengend, die Strassen schneebedeckt und es gab extrem viele Schlaglöcher. Ich musste in der Mitte der Strecke wegen Dunkelheit unterbrechen und übernachten. Letztlich habe ich es es dann doch geschafft und erreichte Meschendorf einen Tag später. Da die Strassen und Wege im Dorf nicht asphaltiert sind, watete ich dort in der Folge 5 Tage lang durch extremen Schlamm und Morast!

Natürlich hat der strenge Winter den Menschen auch wieder arg zugesetzt. Auf meiner Tour von Haus zu Haus wurde ich mit vielen Härtefällen konfrontiert: Marode Häuser, kaputte Hausdächer, eingefallene Scheunen, gestorbene Tiere, fehlendes Brennholz und viele kranke Menschen. Erschütternd auch, dass mehrere notwendige Operationen aus Geldmangel nicht ausgeführt werden können, da diese Menschen keine Krankenkasse haben! Nur Notfälle können gratis ins Spital, doch ohne Geld werden sie dort entsprechend schlecht behandelt, da sie weder dem Arzt noch den Schwestern etwas geben können. All dies hat mich beelendet, denn unsere Mittel und Möglichkeiten sind begrenzt, wir können schlicht nicht allen helfen, resp. mehr tun als das, was wir jetzt schon tun. Die Leute haben sich über die Patenbriefe aus der Schweiz und den Batzen riesig gefreut. Wer keine Paten hat, erhielt aus dem Spendentopf einen Betrag von 60-100 Euro, je nach Anzahl Personen.

Es fehlt den Menschen einfach an Verdienstmöglichkeiten, es gibt schlicht KEINE im Dorf, ausser der Lehrerin, der Kindergärtnerin und der Postfrau! Die Meisten leben von 60 Euro Sozialhilfe und von 20 Euro Kindergeld pro Kind im Monat. Am schlimmsten sind die Alten dran, mit Renten zwischen 50 und 80 Euro pro Monat! Alle sind Selbstversorger, einige haben vielleicht ein Schwein und ein Paar Hühner, aber im Winter wächst nichts! 

Ein Lichtblick ist eine koreanische Autofirma welche 30 km entfernt ein Werk für Airbags eröffnet hat und Arbeiter sucht. Schon 8 Leute aus Meschendorf haben dort eine Anstellung gefunden und verdienen 300 Euro pro Monat. Positiv ist auch die Entwicklung auf unserer Microferm. Inzwischen sind dort nun über 120 Tiere, so dass 6 Familien von der Microferm leben können. Neu ist auch eine Käseproduktion ab Frühjahr geplant, woraus ein weiterer Arbeitsplatz resultieren wird. Ebenfalls positiv ist, dass von Meschendorf die meisten Schüler aus den umliegenden Dörfern regelmässig in die 15 km entfernte Schule gehen. Dies dank unserer Subvention der Bus-Abonnemente. Ohne diese könnten sich viele Eltern den Transport ihrer Kinder nicht leisten. Zur Zeit absolvieren zudem 7 Jugendliche höhere Schulen oder machen ein Studium und erhalten von uns 50 Euro im Monat für die Lebenskosten in der Stadt.

Ja, auch wenn dies alles nach einem Fass ohne Boden ausschaut - unsere Hilfe bewirkt bei den Menschen sehr viel und sie sind extrem dankbar, dass wir nach so vielen Jahren noch an sie denken.
Nach einer Woche machte ich mich auf den Rückweg. Inzwischen hatte es plus 20 Grad Celsius und der Schnee auf den Strassen war weg, nur die Schlaglöcher, die sind geblieben.

Ich danke allen, welche unser kleines Hilfswerk auch weiterhin unterstützen!